Druckerpresse: Vom Manuskript zum Rotationsdruck
Bücher und Schriftwerke sind Zeitzeugen der Geschichte. Von der Höhlenmalerei zu Hieroglyphen und Keilschrift fand das geschriebene Wort schließlich den Weg auf das Papier. Als Vorläufer kamen jedoch zunächst Papyrus (Schilfpapier) und Pergament (Tierhäute) zum Zug.
Im Mittelalter gab es noch keine probaten Methoden zur massenhaften Herstellung und Vervielfältigung von Schriftwerken. Die Arbeit wurde zu dieser Zeit hauptsächlich von professionellen Kopisten erledigt. Der Zeitaufwand zur Vervielfältigung war teilweise erheblich. Gearbeitet wurde im sogenannten Skriptorium, der Schreibstube. Wichtige Zentren der Kopistenarbeit waren in Europa üblicherweise Klöster.
Im fünfzehnten Jahrhundert perfektionierte schließlich Gutenberg seinen Buchdruck. Gutenberg ist keineswegs der Erfinder des Buchdrucks. Funde aus China belegen, dass der Buchdruck dort bereits um das Jahr 1.000 bekannt war. Das besondere an Gutenbergs Buchdruck ist die Arbeit mit beweglichen Lettern. Die Kopisten des Mittelalters wurden von Schriftsetzern abgelöst. Durch die Massenherstellung der sogenannten Gutenberg-Bibel wurde der Wert der Buchdruckpresse mit beweglichen Lettern unter Beweis gestellt.
Eine erste gesellschaftliche und politische Konfrontation, die vom Buchdruck mitgetragen wurde, war die Reformation der Kirche. Luthers Bibel, ins deutsche übersetzt, konnte dank des Buchdruckverfahrens schnell und vergleichsweise kostengünstig reproduziert werden.
Auch die Zeitung wäre ohne Buchdruck, oder in diesem Fall besser Zeitungsdruck, entstanden. Die ersten Zeitungen, mittelhochdeutsch Zidungen genannt, waren schließlich nicht mehr als einseitige Anzeigenblätter.
Die industrielle Revolution färbte auch auf den Buchdruck ab. Durch die Dampfmaschine, Motoren und später die Elektrizität wurde das Verfahren um den Faktor Automatisierung bereichert. Die Zeitungen der Industrialisierung wurden immer umfangreicher und die Auflagen immer höher. Das gängige Verfahren für den Druck von Tageszeitungen ist das sogenannte Rotationsdruckverfahren. Dabei wird eine Walze oder auch ein Zylinder so präpariert, dass er als negativ benutzt werden kann. Im Grunde genommen ist das ein vergleichbares Prinzip, wie beim Stempel. Die Farbe wird automatisch auf die Rolle aufgetragen welche als Schablone genutzt wird. Durch die Rotation können so ganze Bahnen bedruckt und später geschnitten und gefalzt werden. Beim aufmerksamen Zeitung lesen kann man leicht die Spuren dieser Bearbeitung entdecken: Die Ränder sind gezackt und perforiert und viele Zeitungen haben kleine Löcher am Rand, welche von der Führung der Papierbahn herrühren.
Weitere Artikel in der Rubrik Sonstiges
- Schräg sitzen und iPad gewinnen
- Rasseln – Musikalische Glückseligkeit
- Die verborgene Bedeutung der Nachnamen
- Eine Arbeitserlaubnis für die USA
- Hinweise zu Treppenliften findet man nun auch im Internet
- Die Geschichte der Mantik
- Erlesenes für Auge und Ohr
- Diätenerhöhung höher als Hartz IV Regelsatz
- Dr Eckstein Kosmetik
Bewertung: 5.0 - von 1 bis 5 (1 = sehr gut)