Peenemünde und das Raketenzeitalter
Ab 1932 ließ das Heereswaffenamt des Deutschen Reiches Raketen entwickeln, von dem man sich eine neue, überlegene Waffe versprach. Alsbald wurden die Militärs auf den 1912 geborenen Wernher Freiherr von Braun aufmerksam, der damals auf dem Übungsflugplatz in Kummersdorf an Raketen forschte. Bereits zu Beginn des Jahres 1936 wurde er mit der Auswahl eines geeigneten Gebietes für Entwicklung, Herstellung und Erprobung beauftragt. Die Wahl fiel auf den Peenemünder Haken auf der Ostseeinsel Usedom.
Dieses Gebiet, damals inmitten Deutschlands gelegen, war abgelegen genug, um weitgehend unbeobachtet an neuen Waffen zu forschen. Umgeben von Sumpf und Wasser war es sicher gegen Spionage und Sabotage. Die langgestreckte Küste der Pommerschen Bucht bot ein weites und gut zu vermessendes Schussfeld.
Anfang 1936 begann der Bau der Versuchsanlage. Zuerst wurden die Bewohner umgesiedelt und der gesamte Peenemünder Haken zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Durch Sumpfgebiete und Kiehnheide wurden Straßen und die Bahnlinie gebaut. Danach folgten Fabrikationshallen, ein Kraftwerk, Werkbahn und zahlreiche Wohnhäuser für Wissenschaftler und Arbeiter. Nördlich des Ortes Peenemünde wurde ein Flugplatz angelegt. Über 300 Millionen Reichsmark kostete das Großprojekt, für das zahlreiche Bauarbeiter von der Insel Rügen abgezogen wurden, die dort das „Kraft-durch-Freude-Bad“ Prora aus dem Boden stampfen sollten.
1937, mit nur 25 Jahren, wurde Wernher von Braun technischer Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Unter seiner technischen Anleitung, sowie unter der Führung des Generals Walter Dornberger wurde die Flüssigkeitsrakete A4 (Propagandaname „V2“) entwickelt. 1942 gelang der Start des Projektils, das die Grenze zum Weltraum überwand und etwa 200 Kilometer weit flog.
Für die Herstellung wurden immer stärker Zwangsarbeiter herangezogen, die unter immer unmenschlicheren Bedingungen die „Wunderwaffe“ produzieren mussten. Dabei kamen mehr Zwangsarbeiter durch die Arbeitsbedingungen ums Leben als die Raketenwaffe Opfer unter der Zivilbevölkerung der Kriegsgegner forderte.
Durch Luftaufklärung aufmerksam geworden, verstärkte die Royal Airforce ihre Beobachtung des Gebiets um Peenemünde. 1943 fiel der Beschluss, die Heeresversuchsanlage durch einen großen Bomberangriff zu zerstören. Die Zerstörungen an den Forschungs- und Produktionsanlagen waren begrenzt, jedoch verloren über 700 Menschen, vor allem Zwangsarbeiter, ihr Leben. Im selben Jahr beschloss die militärische Führung, die Produktion der inzwischen „Vergeltungswaffen“ genannten Waffen in das Konzentrationslager Dora in den Harz zu verlagern. Dort erfolgte die Herstellung zum Teil untertage, zum Teil in den VW-Werken.
Zum Kriegsende ergab sich von Braun mit über 100 seiner Mitarbeiter den Amerikaner und führte seine Forschungen bei der NASA in Huntsville (Alabama) als leitender Mitarbeiter weiter. 1955 erhielt er vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts die amerikanische Staatsbürgerschaft, 1977 starb er in den USA.
Nach 1945 blieb Peenemünde Sperrgebiet und wurde von der NVA als Flugplatz weiterbetrieben. Dem Potsdamer Abkommen entsprechend, wurden erhalten gebliebene Gebäude der Heeresversuchsanstalt überwiegend gesprengt.
Das Seebad Loddin, in der Mitte der Außenküste der Ostseeinsel Useodm gelegen, bildet einen idealen Ausgangspunkt für viele interessante Ausflüge, u. a. nach Peenemünde. Hierfür stehen die Steinbock-Ferienwohnungen in Loddin zur Verfügung. Es werden auch schwellen- und stufenfreie, seniorengerechte Ferienwohnungen im Erdgeschoss angeboten
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