Ägypten - Nilkreuzfahrt
Schon mit meinen Eltern machte ich mehrere Urlaube in Kairo, besonders in Erinnerung ist mir eine Nilfahrt von Kairo nach Assuan. Das ging recht früh los, denn die Reise sollte lang werden. Wir kämpften uns mit einem klapprigen Taxi durch die verwinkelte Altstadt herunter zum Hafen. Es war ein hektisches Treiben auf den Straßen. Verschiedene Händler wollten uns Teppiche und Schmuck verkaufen, und mein Vater hatte alle Mühe sich ihrer zu erwehren. Es ist ja nicht so wie bei uns, dass die Händler zurückhaltend auf Kundschaft warten, nein hier werden Kunden akquiriert und da sind die Händler alles andere als zimperlich.
Die Abfahrt verzögerte sich etwas, und so konnte ich in Ruhe mir vom Schiff aus den Hafen ansehen. Ein reges Gewirr an Booten fuhr laufend rein und raus und am Ufer bildeten sich schnell Schlangen von Interessenten, die irgendwas kaufen wollten. Dann kamen die unterschiedlichen Fahrzeuge an, um irgendwas einzuladen. Ich wunderte mich noch, dass hier so viele Holzsegelboote mit ihren dreieckigen Segeln unterwegs waren. Aber anscheinend werden die in Ägypten noch immer für den Transport aller möglichen Waren benutzt. Wir beobachteten kleine und große Autos aber auch handgezogene Gepäckwagen, die von alten Männern ehrwürdig gezogen wurden. Manche Jungen benutzten Rikscha-Fahrzeuge und konnten kaum in die Pedale treten, vor Anstrengung wegen des schweren Gewichts.
Endlich ging’s mit dem Schiff los und wir schwammen gemütlich auf dem Nil Richtung Luxor. Der Käpitän besuchte uns und erzählte einige Anekdoten von früher und lachte dabei in seinen grießigen weißen Bart hinein. Einige Tage verbrachten wir mit dem Besuch von Tempeln und Gräbern rechts und links des Nils. Was mir damals ziemlich langweilig vorkam. So ist die Jugend.
Endlich konnte man vom weiten den Assuan-Staudamm erahnen. Mein Vater erzählte noch, dass es wegen des Baus fast einen Krieg gegeben hätte, aber diese Geschichten konnte ich schon lange nicht mehr hören. Wir fuhren etwas weiter aufwärts, bis Assuan als das Schiff anhielt und wir endlich mal wieder ruhigen Boden unter die Füße bekamen. Die Gegend hier war viel ruhiger als das belebte Kairo und wir staunten über das Cataract Hotel. Das Majestätisch oben am Felsen thronte. Das Cataract Hotel wurde von den Engländern in Holz errichtet. Auf der Terasse soll schon Agatha Cristie an ihrem "Tod auf dem Nil" geschrieben haben.
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