Renaissance der Gussöfen: Im Anblick des Feuers
Wer sich näher mit dem Thema der dunklen Eisenöfen beschäftigt, spürt,welche Faszination in deren Form und Design liegt. Historische Bauelemente und Antiquitäten bringen Tradition und Geschichte in die oft sterilen und nüchternen Neubauten oder vervollkommnen den Charme einer Altbauwohnung; die Strahlungswärme der Eisenöfen ist baubiologisch erstrebenswert und feuerungstechnisch ökologisch positiv zu sehen. Die Vorteile des eisernen Gussofens zeigen sich besonders dann, wenn Räume nur gelegentlich geheizt werden sollen oder wenn die Statik den Bau eines Kachelofens nicht zulässt. Eisenöfen und Küchenherde haben zudem noch den Vorteil, dass sie eine »mobile Antiquität mit Wertsteigerung« sein können.
Öfen mit sichtbarem Feuer lassen verborgene Gefühle aufleben. Gerade weil Wärme inzwischen ohne jede Anstrengungen zu erreichen ist, übt der Reiz des Feuers auf uns zivilisationsgeprägte Menschen des 3. Jahrtausends eine große Wirkung aus. Die Haushaltstechnik hat uns im letzten Jahrhundert von vieler Arbeit befreit, um so fröhlicher können wir jetzt wieder der archaischen Betätigung des Anzündens von Holzscheiten und des Nachlegens nachgehen. Der Anblick der hell lodernden Flammen und das spannende Knacken und Bullern fördern das Familienleben und die Gastfreundschaft, verhindern Langeweile.
und lassen sogar den Fernseher und den Computer vergessen. Die Wirkung eines mit Holz gefeuerten Ofens wird erst dann deutlich, wenn man sich vorstellt, man würde sich stattdessen um die Strahlungsfläche einer Fußbodenheizung oder um einen modernen glatten Heizkörper versammeln!
Suchen und Finden: Zufälle, Sammler und Spezialisten
Die Wege, wie man heute zu einem alten gusseisernen Ofen oder Herd kommt, sind vielfältig. Es kann Liebe auf den ersten Blick sein, die erst im zweiten Ansatz danach fragt, welchen Nutzwert ein solcher Ofen haben könnte. Der Wunsch kann nach dem Besuch eines Museums gekommen sein, beim Bummeln über einen Flohmarkt, beim Durchblättern eines Buches oder einer Zeitschrift.
In Deutschland gibt es seit dem 3. September 2000 das Deutsche Ofenmuseum in Burrweiler/Südliche Weinstraße (Pfalz). Hier haben Ruth und Markus Stritzinger ihren Lebenstraum verwirklicht und im Gewölbekeller einer alten Postkutschenstation von 1528 Öfen und Herde ausgestellt, die den Ablauf der Ofengeschichte repräsentieren. Hunderte weitere Öfen und Herde warten in ihrer Antik-Ofen-Galerie darauf, gesucht, gefunden und geliebt zu werden. Alle Einzelstücke werden nur mit ihrer Originalsubstanz nach heutigen Bestimmungen für Feuerungsstätten funktionsgerecht aufgearbeitet, in enger Abstimmung mit den individuellen Wünschen des zukünftigen Besitzers.
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