Vorzeitiger Samenerguss und was man dagegen tun kann
Etwa 15% aller Männer leiden heutzutage unter frühem oder schnellem Samenerguss: Leistungsgesellschaft und Medien tragen ihren Teil dazu bei, dass diese sexuelle Funktionsstörung subjektiv immer öfter wahrgenommen wird: Schneller ist besser - außer beim Sex.
Ein gelegentlicher vorzeitiger Samenerguss ist vollkommen normal. Die meisten Männer haben dies z.B. nach längerer sexueller Enthaltsamkeit oder in der Aufregung beim Sex mit einer neuen Partnerin schon erlebt. Wer jedoch regelmäßig die eigene Ejakulation nicht kontrollieren kann, so dass der Geschlechtsverkehr für mindestens einen der Partner nicht befriedigend ist, leidet unter vorzeitigem Samenerguss im medizinischen Sinne, auch Ejaculatio praecox genannt. Die Ejakulation kann dabei vor oder kurz nach dem Eindringen in die Partnerin auftreten.
Was kann man dagegen tun? Das Dreieck aus "Entspannung, Empfindung und Erregung" ist die Basis fast jeder Behandlung. Statt sich um das Glück erfüllter Sexualität zu bringen, indem man sich mit "an-etwas-Anderes-denken-Strategien" ablenkt oder betäubt, sollte man lieber lernen, seinen Körper und dessen Gefühle bewusst wahrzunehmen. Das entspannte Wahrnehmen der eigenen Empfindungen und Erregung ist nämlich der Schlüssel zur Beseitigung der Störung. Nur, wenn man die kritische Schwelle vor dem Samenerguss rechtzeitig erkennt, kann man gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen. Und nur, wenn man beim Sex bei der Sache ist, kann man ihn auch wirklich genießen!
Zur Behandlung von Ejaculatio praecox werden sehr oft Übungen aus der modernen Sexualberatung eingesetzt. Dies sind vor allem drei Übungen: Erstens die Kegelübung (nach dem Pubococcygeus-Muskel oft auch als PC-Muskel-Übung bezeichnet), die in verschiedenen Varianten den Beckenboden stärkt. Zweitens die Stopp-Start-Methode für ein explizites Einüben eines längeren sexuellen Reaktionszyklus durch rechtzeitiges Stoppen vor dem Samenerguss. Drittens wird die Squeezing-Technik, eine Quetschtechnik am Penis, als Notfallhilfe empfohlen.
Aber auch Entspannungsübungen mit möglichst bildhaften Vorstellungen (mentales Training) sind sehr hilfreich. Lebt der betroffene Mann in einer festen Partnerschaft, sollte die Partnerin möglichst in die Behandlung einbezogen werden.
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