Coaching und Spiritualität
Als Coaching lässt sich der Prozess des Entwickelns von Möglichkeiten zum Lösen von Problematiken und des ressourcenorientierten Entwickelns und Erreichens von Zielen bezeichnen. Der Coach unterstützt den Klienten, sein Verhaltensrepertoire zu erweitern, gezielt Fähigkeiten zu entwickeln und in bestimmte Lebenssituationen zu integrieren. Während des Coachingprozesses werden Idealerweise auch Werte und Glaubenssatzstrukturen ins Bewusstsein gehoben und einschränkende Überzeugungen entmachtet. Das Feuer der Motivation für selbstgesetzte Ziele wird genährt.
Wozu dann noch spirituelles Coaching ?
Während es beim „normalen“ Coaching in der Regel darum geht, den Klienten zu unterstützen, besser, effizienter, machtvoller, schneller, überlegener zu machen, also zum Gewinner zu machen, ist der Fokus des spirituellen Coachings ein deutlich anderer.
Denn wo es einen Gewinner gibt, gibt es auch ein Feld der Verlierer. Dieses ganze Spiel existiert aufgrund der Egostrukturen unseres Verstandes. Das Ego vergleicht und bewertet und aus dieser Bewertung ergibt sich dann automatisch der Selbstwert. Ist eine höhere Stufe von „Erfolg“ erreicht, gibt es erst mal einen Kick des „sich erfolgreich Fühlens“ für das Ego des Gewinners und in Kürze wird der Vergleichsmaßstab gehoben, der Egobesitzer oder genauer gesagt, der „vom Ego Besessene“
Vergleicht sich mit denen, die jetzt überlegen sind. Und schon ist das Selbstwertgefühl wieder angenagt.
Das klassische Beispiel ist, wenn jemand in einer Hierarchie befördert wird. Es gibt eine Party, um den Erfolg aller Welt vor Augen zu führen. Doch dann kommt der Alltag, mit den erhöhten Anforderungen, sich in dieser Position beweisen zu müssen, bestehen zu müssen, Stress und schließlich der Erkenntnis, dass die wahre Erfüllung erst auf der nächsten Hierarchiestufe zu erwarten ist. Also wieder zum Coach, der die Fähigkeiten fördert, das Feuer der Motivation schürt und störende Glaubenssätze platzen lässt, kurz der das Hamsterlaufrad ölt, damit es rund läuft und nicht quietscht.
Wie wäre es stattdessen, wenn beim Coaching diese Strukturen bewusst würden, einschließlich der bisherigen Versuche, das in der Tiefe verletzte Selbstgefühl durch immer grandiosere Masken von Erfolg, Macht, Brillanz und Überlegenheit zu verdecken. Damit verbunden ist ja auch immer die Angst, dass jemand hinter diese Masken schauen könnte und die verletzliche Wahrheit hinter dieser teuren Fassade erkennen könnte. Welchen Stress macht es dem Erfolgsträger beständig mit diesem subtilen Angstgefühl unterwegs zu sein? Ständig wird ein beträchtlicher Anteil der Lebensenergie investiert, diesen Anschein von Souveränität, Leichtigkeit, Coolness oder Cleverness, allgemein als Erfolg bezeichnet, aufrecht zu erhalten.
Darf der Coach dieses vom kollektiven Unbewusstsein als normal anerkannte Spiel offensichtlich machen? Hat er von seinem Klienten, der ihm schließlich Geld für seine Leistung gibt, dazu die Erlaubnis?
Und hat der Coach andererseits das Recht, diese Fragen zu ignorieren? All das sind Fragen, die zwischen Coach und Klient im Verlauf der Vertrauensbeziehung des Coachings zu klären sind und die sich letztendlich auch aus dem Grad der Bewusstheit des Coaches genauso wie aus seinem Integritätsbewusstsein beantworten werden,
Aus spiritueller Sicht wird hier transparent, dass sich im Coachingprozess sowohl der Coach, wie auch der Klient interdependent eine Wirklichkeit kreieren. Dieser Kreationsvorgang wirkt sich auf das Leben jedes der beiden aus und ist die Ursache für kommende Folgen.
Der Coach wird diejenigen Klienten, Bewusstseinszustände und Situationen anziehen, die mit seinem Bewusstseinsfeld in Resonanz sind. Genauso wird der Klient sich ausgehend von seiner im Coaching stattfindenden Bewusstseinsentwicklung, Lebenssituationen kreieren, die seiner gegenwärtigen Stufe von Bewusstheit entsprechen.
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