Geldanlage mit Zertifikaten
Rund 120 Milliarden Euro hatten alleine deutsche Anleger Ende 2006 in Zertifikaten angelegt. Die Gesamtzahl der am Markt erhältlichen Zertifikate beträgt dabei rund 200.000 und täglich kommen neue hinzu. Das liegt vor allem daran, dass Zertifikate kein so aufwändiges Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen, wie Fonds. Die eingangs genannten Zahlen zeigen sehr eindrucksvoll, welchen Stellenwert vor allem Privatanleger den Zertifikaten als Form der Geldanlage einräumen.
Aber nicht nur die Anzahl an Investmentmöglichkeiten macht den Reiz von Zertifikaten aus. Anleger können über Sparpläne oftmals schon ab 50 Euro monatlich einsteigen und die laufenden Kosten sind meist auch um einiges geringer, als bei Fonds. Darüber hinaus fallen die bei Fonds oftmals hohen Ausgabeaufschläge bei Zertifikaten völlig weg. Unterm Strich spricht also vieles für eine Geldanlage in diese Anlageklasse. Doch es gibt auch Nachteile. Im Gegensatz zu Fonds wird aus dem Geld der Anleger bei einem Zertifikat kein so genanntes Sondervermögen gebildet, sondern das Geld geht direkt ins Vermögen des Emittenten über.
Damit sind Zertifikate rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen und bei der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten sind die Einlagen nicht wie bei einem Fonds durch das gebildete Sondervermögen abgesichert. Zertifikate sind zwar meist durch Kontrakte am Terminmarkt abgesichert, jedoch ist das Geld der Anleger im Insolvenzfall nicht vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt. Der Anleger darf sich zur Durchsetzung seiner Ansprüche vielmehr in die dann meist fast unendlich lange Schlange der Gläubiger einreihen. Wer seine Geldanlage unter dem Gesichtspunkt der Altersvorsorge aufbaut und dabei Laufzeiten von 20 Jahren oder mehr einkalkuliert, der sollte daher entweder auf Fonds oder auf Zertifikate von Emittenten höchster Bonität setzen. Für welche Art von Zertifikat sich der Anleger dann entscheidet, hängt ganz von den mit der Geldanlage verfolgten Zielen sowie dem Risikoprofil des Anlegers ab. Bei über 200.000 handelbaren Papieren sollte aber für jeden Anlegertyp und jedes Risikoprofil etwas Passendes dabei sein.
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