Gyokuro – der edle Tautropfen unter den grünen Tees
Wörtlich übersetzt bedeutet die japanische Bezeichnung Gyokuro für eine in der Nähe von Kyoto angebauten grüne Teesorte tatsächlich so viel wie edler Tautropfen. In jüngster Zeit gibt es verstärkt Bemühungen, den Gyokuro auch in diversen chinesischen Gebieten anzubauen, doch lässt sich dort bei Weitem nicht so eine gute Qualität wie beim originalen Gyokuro aus Japan erzielen. Deshalb wissen die Kenner auch, dass der japanische Gyokuro deutlich teurer ist als sein chinesisches Pendant. Besondere Qualitäten können durchaus mit einem Euro pro Gramm gehandelt werden und nehmen damit den Spitzenplatz bei den global teuersten Teesorten ein.
Die besondere geschmackliche Qualität wird beim Gyokuro dadurch erreicht, dass die Teepflanzen sehr früh abgedeckt werden. Dafür verwendet man Matten aus Schilf oder Bambus, die zwar Regen und Luft durchlassen, aber das Sonnenlicht wirksam zurück halten. So wird der Abbau von Chlorophyll in den Blättern stark gehemmt. So sind die Teeblätter des Gyokuro sehr dunkel und bleiben weich und zart. Auch bilden sich in ihnen deutlich weniger Bitterstoffe und Gerbstoffe als in anderen Sorten grünen Tees.
Jeder Teekenner wird den Kopf schütteln, wenn er sieht, dass Qyokuro mit kochendem Wasser aufgegossen wird. Das zerstört den edlen Geschmack dieses hochwertigen Tees, weil zuerst die Bitterstoffe gelöst werden. Das beste milde Aroma entfaltet er dann, wenn man zum Aufgießen Wasser verwendet, das zwischen fünfzig und sechzig Grad Celsius warm ist. Eine Besonderheit beim Gyokuro ist, dass man Eistee machen kann, ohne die Blätter heiß aufgießen zu müssen. In Japan gilt es als Spezialität, einfach Eiswürfel auf die Teeblätter zu legen und sie schmelzen zu lassen.
Gyokuro hat wie viele andere aus Asien stammende Tees den Vorteil, dass er mehrfach aufgebrüht werden kann. Das erste Mal sollte man ihn etwa zwei Minuten ziehen lassen, danach reicht eine halbe Minute völlig aus, wenn die Teeblätter noch nicht vollständig ausgetrocknet sind.
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