Ladenbau und Geschäftseinrichtung
Die europäische Union sollte, durch wirtschaftliche Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten, eine Vereinheitlichung des Lebensstandards, in den einzelnen Ländern, bringen. Durch gezielte Steuerung der Wirtschaft, durch Subventionen an ärmere Mitglieder der EU, sollte diese Vereinheitlichung vorangetrieben werden.
Die Nachteile dieses Prozesses sind eindeutig im Verlust der Individualität, der einzelnen Marktwirtschaften, zu sehen. Besonders deutlich lässt sich dieses Phänomen am Beispiel des Ladenbaus erkennen.
Waren früher noch die Eigentümer der Geschäfte für die Einrichtung zuständig, so haben die heutzutage gängigen Errungenschaften unserer modernen Zeit und die Spezialisierung dazu geführt, dass die Geschäftseigentümer die Aufgabe, der Ausstattung und Einrichtung ihrer Verkaufsflächen, an Spezialisten für Ladenbau weitergeben. Ladenbau ist ein eigenständiger Berufszweig des großen Bereichs der Innenraumgestaltung. Der Ladenbau umfasst die, auf die Kundenzielgruppe abgestimmte, Planung der Innenräume der Geschäfte und die Ermittlung der bestmöglichen Produktpräsentation in Regalen. Diese Tätigkeit wird meist vom Innenarchitekten der Ladenbaufirma übernommen.
Wird das Gesamtpaket gewählt, wird von der beauftragten Firma auch sämtliche Geschäftseinrichtung selbst hergestellt oder in Auftrag gegeben. Auch die Koordination aller benötigten Handwerker kann in den Aufgabenbereich des Ladenbauers fallen.
Im Zeitalter der EU, wo einer überregionalen Firmentätigkeit keine uneinheitlichen Normen und rechtlichen Hindernisse im Weg stehen, sind Ladenausstattungs-Firmen oftmals in mehreren Ländern gleichzeitig tätig.
Die vielen Marktriesen und Ketten, die in jedem Land ihre Filialen haben, lassen diese in vielen Fällen in jedem Land vom selben, überregional tätigen Ladenbauer ausstatten und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass nicht nur die zum Verkauf stehende Ware in jedem europäischen Land, mit der in jedem anderen Land identisch ist, sondern auch die Geschäftseinrichtung.
Natürlich bringt diese Vereinheitlichung auch Vorteile mit sich. Durch gleiches Angebot und gleiche Preise fallen Benachteiligungen weg, aber eben auf Kosten der Individualität. Wenn nun schon die Geschäftseinrichtung global identisch wird, wo endet diese Vereinheitlichung dann? Erst wenn die Kulturen in jedem Land gleich sind?
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