Fondssparplan oder Kapitalversicherung
Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre, sinkende Rentenniveaus der gesetzlichen Rente - die private Altersvorsorge ist eine ernste Angelegenheit. Gerade geringer Verdienende mit ohnehin niedrigeren Rentenansprüchen sehen sich von einer potentiellen Altersarmut bedroht.
Eine Situation, die wie geschaffen ist für Strukturvertriebe, Vermögensberater und Versicherungsvertreter. Die Zahl der Lebensversicherungsverträge in Deutschland spricht eine klare Sprache, denn sie liegt weit über der Einwohnerzahl.
Es entsteht der Eindruck, dass viele Anleger in vermeintlich sichere Anlagen flüchten. Die Rendite- und Kostenaspekte vernachlässigen sie allerdings in der Regel. Natürlich sind fehlerhafte und mangelhafte Beratung an der Tagesordnung, die Schuld allein auf Berater zu schieben ist allerdings die falsche Lösung.
Für eine durchschnittliche Kapitalversicherung zahlt der Anleger etwa 4-6 % Abschlussgebühren, jährliche Verwaltungsgebühren kommen in der Regel dazu. Fondsgebundene Kapitalversicherungen kosten den Sparer etwa 8-15 % seiner Anlagesumme. Kosten, welche dem Versicherten in den ersten Versicherungsjahren in Rechnung gestellt werden. Dieses Kapital wird niemals Zinsen oder Zinseszinsen erwirtschaften, was gerade bei langfristigen Anlagezielen durchaus einige tausend Euro Renditeverlust ausmachen kann.
Zudem sind Versicherungen äußerst unflexibel. Man kann sie zwar beitragsfrei stellen, eine vorzeitige Verfügung über das Angesparte, ist allerdings angesichts niedriger Rückkaufwerte mit hohen Verlusten verbunden.
Eine effiziente und weit kostengünstigere Alternative ist das Fondssparen. Fondssparpläne können bereits ab monatlichen oder vierteljährlichen Beiträgen ab 25 Euro bespart werden. Gerade Aktienfonds sind auf lange Sicht renditestark, sie erwirtschafteten in den erfolgreichen letzten drei Jahrzehnten sogar Renditen zwischen 6 und 10 Prozent pro Jahr.
Ein Fondssparplan kann jederzeit verändert beziehungsweise angepasst werden. Fonds kann man täglich an der Börse handeln oder unter Beachtung der Cut Off Zeiten an die Fondsgesellschaft zurückgeben.
Wenn Geld zur Verfügung steht, kann dieses zusätzlich und ohne Aufwand investiert werden. Sind die Mittel einmal knapp, werden die Sparsummen reduziert oder Fondssparpläne auf Eis gelegt.
Auch auf staatliche Förderungen muss beim Fondssparen nicht verzichtet werden. Vermögenswirksame Leistungen können per VL Fondssparen renditeträchtig investiert werden. Vorausgesetzt die Einkommensgrenzen werden nicht überschritten, fördert der Staat diese Form des Vermögensaufbaus sogar mit 18 % Arbeitnehmersparzulage auf bis zu 400 Euro monatliche Sparleistung.
Auch die Riester-Rente kann als Fondssparplan bespart werden. Die Kostenstruktur beim Riester-Fondssparen ist etwa halb so hoch, wie die einer fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Investmentfonds zur Altersvorsorge zu nutzen. Diese sind nahezu alle kostengünstiger und somit renditestärker als Kapitalversicherungen.
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